Obligation Beyond Borders – Divisibility of Liability for Fundamental Human Rights

The next issue of the Observer will tackle the question of powerful, global and national stake holders and their responsibility of protecting and implementing human rights.

Recent developments have shown that particularly, but not exclusively, multinational corporations should be made more accountable when it comes to human rights standards. The Guiding Principles on Business and Human Rights : Implementing the United Nations « Protect, Respect and Remedy » Framework endorsed by the United Nations in June 2011, followed by the subsequent publication of the Renewed EU Strategy 2011-2014 for Corporate Social Responsibility by the European Commission in October 2011 are clearly representative of this trend.

Yet, although these papers recognize the need to include ever raising global players in the implementation of human rights, they still acknowledge the general State regulatory and policy functions.

What are the consequences of such a paradigm shift for the concerned parties? Has the nature and strategy of the fight for human rights changed as a result of this shift? What are the possible risks and/or advantages? What kind of problems regarding business practices can be better dealt with from this new point of view? Are there any aspects that might be left out?

We welcome articles with a human rights perspective that look at these questions through case studies or with a broader focus from an analytical or a human rights defender perspective describing human rights abuses and violations and the involvement of relevant stake holders as well as articles analysing the national and supranational legal frameworks dealing with the topic.

Possible ideas for submission include:

  • What are the consequences for human rights defenders working in areas that have not (yet) received the same attention as those working within the field of multinational companies? Has the global campaign, which calls for a more comprehensive social corporate responsibility, put these areas – and consequently its human rights defenders – aside?
  • In line with the 3 levels of human rights obligations for national states – to respect, protect and fulfil human rights – to what extend can corporations be made responsible at these levels? Are these obligations actually divisible?
  • Does the state withdraw from its responsibility by including non-state actors in national human rights strategies?
  • If there are no national mechanisms or state regulations to efficiently protect human rights, does this mean that corporations have a carte blanche for disregarding human rights standards?
  • To what extend are big companies willing to be held accountable for the implementation of human rights? What are the limits of the concept of corporate social responsibility?
  • To what extent should (multi)national companies be included in national strategies promoting human rights?
  • What measures does the state have at its disposal to ensure that companies comply with human rights standards? How can national Commissions on Human Rights (CHR) contribute to these state measures?
  • Are there any cases of best practice of successful collaborations between corporations and national states?

We welcome articles with no more than 16,800 characters (including spaces) or 5.500 characters (including spaces) (Please consider our Author-Guidelines). If possible, please add at least two high solution pictures (jpg or tiff-format, at least 300dpi) illustrating your topic, one profile picture and a short text about yourself and submit it to: editor@ipon-philippines.org.

We appreciate your response; articles can be submitted until the 31th May 2013 (editorial deadline).

 

 

„Der Schwager von dem Sohn der Tante und dessen Cousin“: Anhaltende Macht von Familienclans gefährdet Rechte von MenschenrechtsverteidigerInnen

Heute ist ein großer Tag auf den Philippinen: Wahlen stehen an. Insgesamt werden landesweit über 17.000 politische Ämter auf nationaler und lokaler Ebene gewählt (u.a. Kongress, BürgermeisterInnen). Der Wahlkampf in den letzten Monaten verdeutlichte eine Struktur im politischen System des Landes, die den IPON-ObserverInnen seit Jahren in ihrer täglichen Arbeit mit MenschenrechtsverteidigerInnen begegnet: Die Verbreitung, die Macht und der Einfluss von einzelnen Familienclans in dem Inselstaat.

Wahlplakat in Sabang, Palawan

Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm: Vater und Sohn kandidieren für die heutige Wahl

IPON zeigt den Ursprung der Macht von Familiendynastien auf, die es einer etablierten Gruppe von Familienclans bis heute ermöglicht, sich in Einflusspositionen des Landes zu platzieren und ihre Interessen durchzusetzen und verdeutlicht die fatalen und weitreichenden Konsequenzen für MenschenrechtsverteidigerInnen auf Negros:

http://iponnegros.wordpress.com/

People of the Philippines ./. Temogen „Cocoy“ Tulawie – Menschenrechtsverteidiger und Rechtsprechung auf den Philippinen

Ende Januar sind wir, das IPON-Team Mindanao, dem Menschenrechtsverteidiger Temogen „Cocoy“ Tulawie zum ersten Mal begegnet. Nachdem der Kontakt über die NGO TFDP (Task Force Detainees of the Philippines) hergestellt worden war und wir bereits ein Interview mit seiner Ehefrau führen konnten, trafen wir ihn damals im Gefängnis von Davao.

IPON im Gespräch mit Cocoys Ehefrau Mussah Tulawie

Was bringt einen Menschenrechtsverteidiger ins Gefängnis? Im Zweifelsfall sind es die Feinde, die er sich durch sein Engagement geschaffen hat. Bei Cocoy Tulawie deutet zumindest alles darauf hin, dass es die Dokumentation von Menschenrechtsverletzungen und seine friedlichen Kampagnen waren, die ihm zum Verhängnis wurden. Man kann sagen, dass er es war, der in seiner Heimat, dem südphilippinischen Sulu-Archipel, erstmals eine Bewegung des gewaltfreien Protests ins Leben rief. Der dort regierende Governor Absudakur Tan fühlte sich durch Cocoys Aktivitäten jedoch offenbar persönlich kritisiert, statt eine Auseinandersetzung auf sachlicher Ebene führen zu können. „Why are you always opposing me?“, soll er Cocoy nach dessen Aussage einmal gefragt haben, nachdem dieser eine willkürliche Verhaftungswelle angeprangert und mittels einer Petition an den Supreme Court schließlich gestoppt hatte.Das Resultat dieser schwierigen Beziehung zwischen Menschenrechtsverteidiger und Machthaber ist ernüchternd: Im Jahr 2009 wurde Cocoy nach einem Bombenanschlag auf Governor Tan von diesem bezichtigt, Drahtzieher des Attentats gewesen zu sein. Die Anklage beruht auf Aussagen, die höchstwahrscheinlich unter Zwang gemacht und später zurückgezogen wurden; es gibt zahlreiche Anhaltspunkte dafür, dass Zeugen gekauft oder anderweitig bestochen wurden. Zudem berichten glaubhafte Quellen wie etwa die Asean Human Rights Commission, dass unter Gefängnisinsassen in Manila Mörder gedungen worden sein sollen, um Cocoy bei einer Verlegung dorthin umbringen zu lassen.

Im Anbetracht der Tatsache, dass es sich bei der Anklage gegen Cocoy aller Wahrscheinlichkeit nach um einen Fall von Kriminalisierung handelt und er zudem ausdrücklich um die Unterstützung durch IPON-Observer gebeten hat, haben wir seinen Fall übernommen und zugesagt, den Prozessverlauf als internationale Beobachter zu begleiten. Dementsprechend waren zwei Mitglieder unseres Teams beim Prozessauftakt am 04.02.2013 in Manila anwesend, um den Ablauf und das Resultat der Anhörung zu dokumentieren und die Öffentlichkeit darüber informieren zu können. Was sich zu diesem Zeitpunkt schon abzeichnete, hat sich nach dem zweiten und dritten Anhörungstag am 04. bzw. 06.03. bestätigt:

Temogen “Cocoy” Tulawie bei der Kautionsverhandlung am 04.03.13 in Manila

Die zuständige Richterin, Ms. Magdoza-Malagar, wirkt insgesamt unparteiisch und um ein korrektes Verfahren bemüht: als “fair and fearless” bezeichnete Cocoys Ehefrau sie entsprechend. Governor  Tan hingegen wendet alle juristischen Kniffe an, um Cocoys Inhaftierung zu verlängern und den Prozess zu seinen Ungunsten verlaufen zu lassen. Die Anklage wird von wechselnden, vom Governor privat engagierten Anwälten geführt, die alle erdenklichen Methoden einsetzen, um eine Verschleppung des Prozesses zu bewirken: So werden Dokumente verspätet eingereicht, notwendige Übersetzer nicht gestellt und jede Eingabe der Verteidigung grundsätzlich mit einer Gegeneingabe erwidert.Inhalt der letzten beiden Prozesstage war die Kautionsverhandlung. Zu diesem Zweck wurden die ersten Zeugen der Anklage vernommen. Während der erste Zeuge, Mujibar Ali Amon, sich in Widersprüche verwickelte und seine Schilderung zahlreiche Lücken aufwies, trat Zeuge Sali Said glaubwürdiger auf. Er bekannte sich offen zu seiner Mitgliedschaft in der Abu Sayyaf und gab an, Cocoy habe ihn beauftragt, den Bombenanschlag auf den Governor vorzubereiten und auszuführen. Er habe geglaubt, Cocoy führe einen rechtmäßigen Dschihad und deshalb seine Anweisungen befolgt. Nun aber habe er erkennen müssen, dass Cocoy ihn getäuscht habe und in Wirklichkeit mit den Amerikanern kollaboriere. Deshalb wolle er gegen ihn aussagen. Ein paar Hintergrundfakten lassen Sali Saids Aussagen jedoch in einem etwas zweifelhaften Licht erscheinen: Erst nach dem ersten der beiden Verhandlungstage hatte er seine ursprüngliche beeidete Aussage noch einmal abgeändert – auf Anraten der Anwälte Governor Tans; diese hatten zuvor bereits seine Freilassung erwirkt, obwohl er bekennendes Abu-Sayyaf-Mitglied ist.

Die Glaubwürdigkeit der Zeugen zu bewerten ist nun Sache der Richterin, deren Entscheidung über Cocoys mögliche Freilassung auf Kaution immer noch aussteht, jedoch noch innerhalb dieses Monats erwartet wird. Der nächste Prozesstag steht allerdings so oder so erst Mitte Juni an. Bis zu einem endgültigen Urteil in diesem Fall kann es also noch Jahre dauern. Und solange der Prozess währt, hat Governor Tan sein Ziel, den unbequemen Kritiker unschädlich zu machen, erreicht. Denn selbst wenn er auf Kaution freikommen sollte, wird Cocoy seine Arbeit als Menschenrechtsverteidiger erst wieder aufnehmen können, wenn der Prozess beendet ist. „People of the Philippines versus Temogen Tulawie“ heißt es in der Anklage. Irreführender könnte die Bezeichnung der Opponenten kaum sein. Denn während die treibende Kraft hinter diesem Prozess und der vehementeste Gegner Cocoy Tulawies eindeutig Governor Tan ist, ist der neben Cocoy größte Leidtragende wohl das philippinische Volk selbst: Ohne Cocoy fehlt der Gemeinschaft von Menschenrechtlern im Sulu ein erfahrenes und einflussreiches Mitglied. Ob dennoch Grund zur Hoffnung besteht, hängt von Richterin Magdoza-Malagar ab. Ihr Urteil wird richtungsweisend sein und ausschlaggebend dafür, ob Menschenrechtsverteidiger wie Cocoy weiterhin den Mut haben, sich friedlich für sich und ihre Mitmenschen einzusetzen oder ob sie aus Angst vor Kriminalisierung und Gewalt verstummen werden.

Auf ein Neues: IPON verlängert Mandatsvertrag mit Partnerorganisation auf Negros

Die Kooperation zwischen IPON und der FarmerInnenorganisation Task Force Mapalad kann mit dem frisch unterzeichneten Mandatsvertrag nun in ein neues Jahr starten. Am Samstag, 6. April, trafen sich die drei Observerinnen des Teams Negros mit Dana Gaban, dem Provincial Coordinator von TFM sowie insgesamt 80 Farmerinnen und Farmern auf dem Bürogelände in Bacolod. Nina Johnen, die derzeitige Country Coordinatorin von IPON, nahm auch an der Konferenz teil.

Unterschreiben des Mandatsvertrags

Insgesamt 30 Farmerleader von verschiedenen Zuckerrohrplantagen haben mit ihrer Unterschrift das “OK” für ein weiteres gemeinsames Jahr der Zusammenarbeit gegeben.

„Menschenrechtsverletzungen, die im Zuge des Agrarreformprogramms geschehen, sind weiterhin sehr verbreitet. Wir sind sehr froh, dass IPON uns und die FarmerInnen unterstützt und den Staat an seine Verpflichtung erinnert, Menschenrechtsstandards einzuhalten und umzusetzen“, sagte Dani Gaban am Ende seines Kurzvortrags. Bevor es zu der Unterzeichnung des Mandatsvertrags kam, hatten die derzeitigen Observerinnen mittels einer Präsentation die vier Arbeitsprinzipien von IPON (Beobachtung, Begleitung, Dokumentation und Öffentlichkeitsarbeit) vorgestellt und den FarmerInnen verdeutlicht, wann IPON aktiv werden kann und wann nicht. Für die Arbeit zwischen IPON und TFM ist es dabei wichtig, eine klare Trennung zwischen der Implementierung des Agrarreformprogramms und der Menschenrechtsarbeit zu ziehen. Während erstere die alleinige Arbeit von TFM ist und bleibt, kümmert sich IPON darum, Menschenrechtsverletzungen, denen die FarmerInnen aufgrund ihrer Aktivität als MenschenrechtsverteidigerInnen ausgesetzt sind, zu beobachten und zu dokumentieren und letztlich die staatlichen Stellen über die Vorkommnisse zu informieren und sie zugleich auf ihre Schutzpflicht hinzuweisen. Beide Organisationen einigten sich erneut darauf, dass sie gleichwertige Partner sind, sich nicht in die Prinzipien und Strategien der jeweils anderen Organisation einmischen und dass die Kooperation auf dem Ansatz der Gewaltfreiheit beruht.

Anne spricht über IPONs Arbeitsprinzipien.

Anne erklärt den FarmerInnen von TFM die Arbeitsprinzipien von IPON.

Am Ende unterzeichneten ca. 30 VertreterInnen der einzelnen Zuckerplantagen, Dani Gaban sowie Anne Tiepmar, Ann-Kathrin Marggraf und Sarah Gebhardt, als Vertreterinnen von IPON, den Mandatsvertrag für das kommende Jahr.

Der neue Mandatsvertrag wird unterzeichnet.

Gemeinsam unterzeichnen Mitglieder von TFM und IPON den neuen Mandatsvertrag.

Und damit ging es dann auch in den geselligeren Teil der Konferenz über, in dem gemeinsam gegessen und geplaudert wurde. Die Darbietungen an der Videoke-Maschine rundeten den insgesamt sehr schönen Tag ab und zeigten, dass in dem ein oder anderen auch tänzerische Talente schlummern.

Videoke

Im gemütlichen Teil sangen alle gemeinsam ihre Lieblingssongs an der Videoke-Maschine.

Kurs GerechtigkeitsVisionärIn startet

Seminarteilnehmer erarbeiten Strategie

Möchtest Du GerechtigkeitsVisionärIn werden? Der Kurs GerechtigkeitsVisionärInnen von IPON ist ein anspruchsvolles Weiterbildungsprogramm für junge Menschen, die sich für Verteidiger_innen der Menschenrechte hier oder im Ausland (z.B. Friedensdienst, lokale Menschenrechtsgruppen) aktivwerden möchten.

 

Der Kurs qualifiziert für ein erfolgreiches Eintreten zum Schutz von Menschenrechtsverteidiger_innen, besteht aus 4 Seminaren (Menschenrechte, Konzept der Menschenrechtsbeobachtung, Schutz von Menschenrechtsverteidigern) und dauert 8 Monate. Nach dem Abschluss ist eine Tätigkeit als Menschenrechtsbeobachter_in in den Philippinen möglich.

Der Einstieg erfolgt im April (19.-21.) oder November (08.-10.).

 

Mehr erfährst Du auf www.gerechtigkeitsvisionaerin.de.

Kontakt: kontakt@gerechtigkeitsvisionaerin.de, www.gerechtigkeitsvisionaerin.de