Eine der schlimmsten Verletzungen der Menschenrechte: Der philippinische Staat muss ein Zeichen gegen Enforced Disappearances setzen!

Das Verschwindenlassen von Personen ist und bleibt ein schwerwiegendes Menschenrechtsproblem in den Philippinen. Nichtregierungsorganisationen sprechen von über 2000 Desaparecidos seit dem Marcos Regime bis zur derzeitigen Aquino Administration. Die meisten der Opfer wurden nie gefunden und die Familien warten bis heute auf Ermittlungen, Antworten und mögliche Kompensationen. Während Angehörige weiter nach der Wahrheit und Gerechtigkeit suchen und NGOs versuchen ihnen eine Stimme zu verleihen, werden politische und soziale AktivistInnen landesweit weiterhin Opfer von Verschwindenlassen, extralegalen Tötungen und Folter.

Be not afraid! Demonstration gegen politische Gewalt

Vom 28.05. – 02.06.2012 richtete sich durch die International Week of the Disappeared weltweit der Blick auf dieses, leider weit verbreitete, Problem. In den Philippinen fiel dies zusammen mit dem Universal Periodic Review (UPR) des Landes vor dem „United Nations Human Rights Council“ in Genf am 29.05.2012.

Eine der beständigen Empfehlungen des Rates an die philippinische Regierung ist die Unterzeichnung und Ratifizierung der „International Convention for the Protection of All Persons from Enforced Disappearance“. Diese internationale Konvention wurde bisher von 91 Staaten unterzeichnet und hat 32 Vertragsstaaten – die Philippinen, in denen das Verschwindenlassen bis heute ein großes Problem darstellt, sind weder Vertragsstaat noch Unterzeichner.

Um das Thema und die nötigen Schritte zur Verbesserung der Situation verstärkt auf die Agenda zu bringen organisierten die NGOs „Families of Victims of Involuntary Disappearance (FIND)“ und „Asian Federation Against Involuntary Disappearance (AFAD)“ am 01. Juni 2012 das „National Human Rights Forum on Enforced Disappearances“ in Manila. Das Forum, an dem auch IPON teilnahm, brachte staatlichen Repräsentanten und Angehörige von Opfern zusammen und konnte mit Jeremy Sarkins einen internationalen Experten zu dem Thema gewinnen. Der außerordentliche Professor der University of South Africa ist Mitglied der “United Nations Working Group on Enforced or Involuntary Disappearances (UNWGEID)”.

Während des Forums zeigten sich die staatlichen Repräsentanten dem Thema gegenüber sehr offen und deuteten an, dass eine Unterzeichnung der genannten Konvention in naher Zukunft anstehe. Es bleibt abzuwarten, wie ernst diese Aussage zu nehmen ist. Der philippinische Staat muss endlich  Zeichen gegen Enforced Disappearances setzen. Dazu gehört zum einen die Unterzeichnung und Ratifizierung der relevanten internationalen Konvention und zum anderen die Formulierung von konkreten staatlichen Strategien gegen Verschwindenlassen, extralegale Tötungen und Folter im lang erwarteten „National Human Rights Action Plan“.

Ein Gedanke zu “Eine der schlimmsten Verletzungen der Menschenrechte: Der philippinische Staat muss ein Zeichen gegen Enforced Disappearances setzen!

  1. Es nicht zu fassen, dass Dinge, die selbst in meiner Vorstellungskraft nicht umzusetzen sind, in anderen Ländern auf der Tagesordnung stehen. Ich danke für diesen informativeren Artikel, der mir einen tieferen Blick in die Thematik gibt. Ich würde gern mehr zum Thema leben, was kann man selbst tun, um den Menschen dort zu helfen? Ich freue mich über Hinweise und Tipps und bin bereit, selbst Aktiv zu werden.

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