MenschenrechtsverteidigerInnen kommen nach Deutschland

IPON-Vortragsreihe mit zwei philippinischen Menschenrechts-Aktivist_innen

Politische Morde, Personen verschwinden spurlos – Menschenrechtsverletzungen in den Philippinen sind an der Tagesordnung. Zwei Menschenrechtsverteidiger_innen berichten von ihren Erfahrungen im Einsatz für gesellschaftliche Mitbestimmung und Gleichheit vor dem Gesetz. Das International Peace Observers Network – IPON begleitet seit einigen Jahren Menschenrechtsverteidiger_innen in den Philippinen und lädt im April zu einer Veranstaltungsreihe mit zwei philippinischen Aktivist_innen ein:

Jessielyn Colgado ist Präsidentin der Indigenenorganisation PADATA aus Malaybalay, Mindanao, die sich für die Anerkennung ihrer Ahnenländer und Traditionen im Rahmen des Indigenous Peoples Rights Act einsetzen (s.unten).

Danilo Gaban ist Projektkoordinator in der Bauern- und Bäuerinnenorganisation Task Force Mapalad in Negros, die für Landrechte im Rahmen der Landreform streitet.

Zusätzlich werden auch Vertreter der deutschen Politik (MdB, BMZ, auswärtiges Amt) aufs Podium gebeten um folgende Fragen zu diskutieren:

Was kann die deutsche Politik tun?

Was kann die interessierte Öffentlichkeit tun?

 

Zusätzlich findet in Leipzig ein Workshop , über Handlungsmöglichkeiten der deutschen Politik und Öffentlichkeit statt.

Alle Interessierte sind herzlich eingeladen zu den Veranstaltungen zu kommen und mitzudiskutieren.

Freitag 13.04. 19 Uhr Leipzig Salongespräch, Neues Seminargebäude, Universitätsstraße 1, Raum 2.02
Samstag 14.04. –    Sonntag 15.04 Leipzig Workshop mit Danilo und Jessielyn,Zollschuppenverein, Zollschuppenstraße 11
Montag 16.04. 18 Uhr Berlin Salongespräch, taz-Café,  Rudi-Dutschke-Straße 23
Mittwoch 18.04. 19 Uhr Lüneburg Infoveranstaltung Glockenhaus, Glockenstraße 9
Donnerstag 19.04. 19 Uhr Hamburg Salongespräch, W3 – Saal, Nernstweg 32
Freitag 20.04. 19 Uhr Marburg Salongespräch, Historischer Saal des Rathauses Marburg, Marktplatz
Montag 23.04. 18 Uhr Bonn Salongespräch, Hörsaal des Deutschen Instituts für Entwicklungspolitik (DIE), Tulpenfeld 6
Dienstag 24.04. Essen Menschenrechtsverteidiger im Gespräch,Philippinenbüro im Asienhaus, Bullmannaue 11
Mittwoch 25.04., 20 Uhr Mainz Salongespräch, LOMO Buchbar, Ballplatz 2

Über die MenschenrechtsverteidigerInnen:

Jessielyn Colegado

Jessielyn Colegado ist die Vizepräsidentin der Panalsalan Dagumbaan Tribal Association (PADATA). Sie lebt in Panalsalan, einem Dorf, das zu Maramag gehört und in der Provinz Bukidnon auf der Insel Mindanao liegt. Sie ist 49 Jahre alt, ist verheiratet und hat fünf Kinder. Ihr Einkommen verdient sie hauptsächlich durch Mais- und Zuckerrohranbau, den sie gemeinsam mit ihrer Familie betreibt. Schon bei der Gründung der Indigenenorganisation 2004 war sie dabei, seit 2008 ist sie gewählte Vertreterin von PADATA. Für die Besuchsreise im April 2012 wird sie das erste Mal ins Ausland reisen und freut sich schon darauf, interessierten Menschen in Deutschland von ihrer Tätigkeit als Menscherechtsverteidigerin zu berichten.

PADATA

PADATA (Panalsalan Dagumbaan Tribal Association) ist eine Organisation verschiedener indigener Gruppen und Familien (insgesamt 6 Clans), die sich 2004 zusammengeschlossen haben, um auf legalem Weg für die Eigentumsrechte an ihrem Ahnenland zu kämpfen. Das Gebiet gehört zu Maramag, in der Provinz Bukidnon. 487 ha des Gebiets, das sich auf die beiden Dörfer Panalsalan und Dagumbaan erstreckt, werden seit den 60er Jahren als Ranch von einem Pächter genutzt. Damals wurden die dort ansässigen indigenen Gemeinschaften vom Land vertrieben. Der Pachtvertrag lief 1997 aus und die Ländereien sollten zu dem Zeitpunkt an die indigenen Gruppen zurückgegeben werden. Da dies nicht geschah, wurde PADATA gegründet. Die Indigenenorganisation bereitet einen Antrag auf einen Ahnenlandtitel vor, was Dank des Indigenengesetzes der Philippinen möglich ist. Leider sind die MenschenrechtesverteidigerInnen von PADATA starken Bedrohungen und Übergriffen durch das Sicherheitspersonal des Landpächters ausgesetzt. IPON bemüht sich gemeinsam mit PADATA, die Sicherheitslage der Mitglieder zu verbessern, in dem sie staatliche Akteure an ihre Schutzpflichten erinnern.

Danilo T. Gaban

Danilo T. Gaban ist seit 2011 TFM-Projektkoordinator für Negros und Mitorganisator für landesweite Protestaktionen bei TFM. Er koordiniert nicht nur die anstehenden Proteste, sondern unterstützt die Bauern auch in Verwaltungsangelegenheiten. Die Antragstellung für eigenes Land ist kompliziert und viele Bauern sind auf Grund ihrer Unwissenheit mit den bürokratischen Herausforderungen überfordert. Er erklärt den Bauern Schritt für Schritt was zu tun ist, wenn diese einen Landantrag stellen möchten und steht ihnen als Ratgeber zur Seite. Regelmäßig trifft er sich mit den Bauernvorsitzenden der Haciendas um mit ihnen die aktuellen Entwicklungen und zukünftige Vorgehensweisen zu besprechen.

Task Force Mapalad

Die landesweite Bauernvereinigung Task Force Mapalad wurde 1999 in Negros Occidental gegründet. Die Organisation setzt sich zum einen auf der gesamtgesellschaftlichen Ebene für die Implementierung der Landreform ein, zum anderen unterstützt sie die Bauern auf dem Weg in die Selbständigkeit. Ihr oberstes Ziel ist es die Lebenssituation der Bauern in den Philippinen zu verbessern. Mit Hilfe von landesweites Protestkampagnen und durch den entsprechenden Rechtsbeistand bei agrarjuristischen Angelegenheiten, aber auch durch direkte Unterstützung in Form von agrarbezogenen Fortbildungsseminaren oder durch die Unterstützung bei der Vermarktung ihrer landwirtschaftlichen Erzeugnisse, soll das Ziel erreicht werden.

Infos über IPON siehe www.ipon-philippines.org

 

 

 

 

 

2 Gedanken zu “MenschenrechtsverteidigerInnen kommen nach Deutschland

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