Ameisen gegen Goliath Menschenrechtsbeobachtung in den Philippinen – ein Radiofeature

„Wir haben ein Recht auf unser Land“, betont Jessielyn Colegado, Vizepräsidentin der Indigenen Organisation PADATA. Seit Jahrzehnten befindet sie sich im Konflikt mit dem Landpächter, da beide Parteien Anspruch auf Landtitel erheben. Ein Team freiwilliger Menschenrechtsbeobachter*innen begleitet die Menschenrechtsverteidiger*innen bei ihrem friedlichen Engagement.

Die Observerin Muriel Gahl, hat während ihrer Zeit in den Philippinen ihre Arbeit und den Einsatz der lokalen Menschenrechtsverteidiger*innen dokumentiert und aufbereitet.

Aus den insgesamt fast 12 Stunden Tonaufnahmen ist ein Radio Feature entstanden, in dem unsere begleiteten Partner*innen zu Wort kommen und ihre Situation vor Ort beschreiben. Gleichzeitig gibt das Radio Projekt einen Einblick in die Rolle eines/einer IPON Observers/Observerin in den Philippinen.

Die Observerin Muriel Gahl mit den philippinischen Menschenrechtsverteidiger*innen

Die Observerin Muriel Gahl mit ihren Teammitgliedern und den philippinischen Menschenrechtsverteidiger*innen

Am Montag, 2. November 2015, 19.20 Uhr bei SWR2 Tandem und danach in der Mediathek ist der Beitrag nachzuhören!

Information unter dem Link: http://bit.ly/1M98Zb2

Freispruch für Menschenrechtler Tulawie: Pressemitteilung

Prozessbeobachtung beendet (Tulawie rechts; IPON-Beobachter links)

Prozessbeobachtung erfolgreich beendet (Tulawie rechts, IPON-Beobachter links)

Der Menschenrechtsverteidiger Cocoy Tulawie wurde gestern nach über 1283 Tagen im  Gefängnis vom Gericht freigesprochen – in allen beiden Anklagepunkten.  Seit Anfang 2013 begleitet IPON Herrn Tulawie im Gefängnis und während des Gerichtsverfahrens.

Pressemitteilung (vom 20.07.2015)

Philippinen: Menschenrechtsverteidiger „Cocoy“ Tulawie freigesprochen!

hier: pdf

Nach mehr als dreieinhalb Jahren wurde der philippinische Menschenrechtsverteidiger Cocoy Tulawie gestern vom Gericht in Manila freigesprochen. Philippinische und deutsche Menschenrechtsorganisationen begrüßten das positive Urteil.

Nach dem Freispruch: Menschenrechtsverteidiger Tulawie (mitte) mit Frau und Tochter

 

 

 

 

 

 

 

 

„Das ist ein unglaublicher Erfolg für Cocoy, seine Mitstreiter und Familie, jetzt ist er endlich frei. Wir hoffen, dass dieses Urteil auch eine Signalwirkung für weitere Fälle von kriminalisierten Menschenrechtsverteidiger_innen in den Philippinen hat“, sagt Johannes Richter von der Menschenrechtsorganisation International Peace Observers Network (IPON) erfreut.

Der Fall von Temogen ‚Cocoy‘ Tulawie stand beispielhaft für die Kriminalisierung von Menschenrechtsverteidiger_innen in den Philippinen. Tulawie ist Begründer der Menschenrechtsorganisation BAWBUG in Mindanao und hat sich im Rahmen von verschiedenen zivilgesellschaftlichen Organisationen für die Demokratisierung lokaler Politik, Transparenz in der Regierung und für die Aufrechterhaltung der Bürgerrechte im Sulu- Gebiet engagiert. Seine Kampagnen enthüllten zahlreiche Menschenrechtsverletzungen, begangen durch die lokale Regierung. IPON geht davon aus, dass die Anklage gegen ihn politisch motiviert war, mit der Intention ihn an seiner Arbeit zu hindern. Gleichzeitig handelt es sich hier auch um politisch-motivierte Kriminalisierung, die weit verbreitet in den Philippinen ist.

„Das philippinische Justizsystem wird immer wieder missbraucht, um politisch unliebsame Individuen und Organisationen unter willkürlichen und frei erfundenen Anklagepunkten vor Gericht zu bringen. Diese Strategie ist besonders durch die Trägheit der philippinischen Justiz sehr effektiv und hat für die Betroffenen weitreichende sozio-ökonomische Folgen“, führt Johannes Richter weiter aus.

IPON beobachtete, neben der EU, mithilfe von freiwilligen Menschenrechtsbeobachter_innen den Gerichtsprozess und startete im Juni eine Online Petition, die sich für einen gerechten Gerichtsprozess sowie gegen die Kriminalisierung von Menschenrechtsverteidiger_innen an das philippinische Justizministerium wendete.

 

Werde aktiv für den Menschenrechtsverteidiger Cocoy Tulawie – Nehm jetzt an unserer Online Petition teil!

Der Menschenrechtsverteidiger Temogen „Cocoy“ sitzt mittlerweileseit 3,5 Jahren in Haft. Sein Urteil wird voraussichtlich am 17. Juli in Manila gesprochen. Das bisherige Verfahren verlief nach Ansicht von IPON fair und verhältnismäßig zügig. Dennoch handelt es sich hier um einen Fall politisch-motivierter Kriminalisierung. Das philippinische Justizsystem wird immer wieder missbraucht, um politisch unliebsame Individuen und Organisationen unter willkürlichen und frei erfundenen Anklagepunkten vor Gericht zu bringen. Diese Strategie ist besonders durch die Trägheit der philippinischen Justiz sehr effektiv und hat für die Betroffenen weitreichende sozio-ökonomische Folgen. Vor der Urteilsverkündung fordern wir daher, dass ein faires Urteil gesprochen wird und dass sich der philippinische Staat für die physische Sicherheit Tulawies einsetzt, sollte dieser durch einen Freispruch das Gefängnis verlassen können. Darüber hinaus erwarten wir von der Regierung, dass sie Tulawie als MRV anerkennen und sich der systematischen Kriminalisierung von MRV annehmen, derer Tulawie zum Opfer wurde.

Du kannst uns in unseren Forderungen unterstützen, wenn Du die Online Petition unterzeichnest oder an der Briefaktion teilnimmst. Jede Stimme zählt – Take action for Cocoy!

interphoto_1326872005

Temogen „Cocoy“ Tulawie © TV5-Davao

Informationen zu Cocoy:

Cocoy ist ein aus dem Sulu-Gebiet stammender Menschenrechtsverteidiger. In seiner Heimat setzte er sich beispielsweise gegen die verfassungswidrige Ausrufung des Notstands oder gegen ein diskriminierendes Ausweissystem ein. In seiner Arbeit geriet er oftmals in Konflikt mit lokalen Machthabern. IPON geht davon aus, dass die Anklage gegen ihn politisch motiviert ist mit der Intention, ihn an seiner wichtigen Arbeit zu hindern.

Take action! – Hier die Links:

– Briefaktion: Unterstütze Cocoy, indem Du den Appell ausdruckst, unterschreibst und per Post (bis 26.06.2015) an die philippinische Justizministerin schickst. 20150522_briefaktion-tulawie

– Onlinepetition: Unterstütze unsere Forderung durch Deine Unterschrift bei change.org. Die Unterschriften werden ca. eine Woche vor Urteilsverkündung an die philippinischen Behörden übergeben.