Präsident Aquino in Erklärungsnot-Menschenrechte im Fokus!

KMBP Bauernführerin tritt vor die Presse

© IPON Maribel Luzara (KMBP-Präsidentin) fordert ihre Rechte ein

Pressemitteilung

Die Menschenrechtsgruppe IPON fordert die Bundesregierung auf, bei dem Besuch des philippinischen Präsidenten Benigno Aquino am kommenden Freitag nicht nur die bilateralen Handels-und Wirtschaftsbeziehungen zu thematisieren, sondern auch auf die Schutzverantwortung des philippinischen Staates hinsichtlich der Menschenrechtsverteidiger und die Umsetzungen internationaler Menschenrechtsabkommen hinzuweisen.

Besonders politische Aktivisten, Journalisten, Gewerkschafter und Bauernführer werden aufgrund ihrer kritischen Arbeit immer wieder zur Zielscheibe von Kriminalisierung und politischen Morden. Deshalb benötigen sie einen besonderen Schutz, damit sie sich frei von Gewalt für ihre Menschenrechte einsetzen können“, zeigt sich die ehemalige Menschenrechtsbeobachterin Katja Paulke von IPON besorgt. „Unsere Bundesregierung steht in der Verpflichtung, von der philippinischen Regierung zu fordern, alle ihre Schutzpflichten gegenüber diesen Menschenrechtsverteidigern nach zu kommen.“

Die Philippinen haben alle relevanten Menschenrechtsabkommen ratifiziert und im Gesetz verankert, allerdings scheitert deren Umsetzung in der Realität. Während Aquinos Amtszeit verzeichnete die philippinische Menschenrechtsorganisation Karapatan alleine 166 politische Morde, 204 außergerichtliche Tötungen sowie 21 Fälle von erzwungenem Verschwinden.1

Die Menschenrechtssituation im südostasiatischen Inselstaat ist erschreckend. Wir verzeichnen immer wieder rechtsfreie Räume in denen Menschenrechtsverteidiger in ihrer Arbeit behindert werden. Erst Ende 2013 wurde 200 km südlich von Manila auf der Halbinsel Bondoc die Menschenrechtsverteidigerin Elisa Tulid, ein Mitglied unserer begleiteten Bauernorganisation KMBP, im Zusammenhang mit einem lokalen Landkonflikt ermordet und noch immer werden weitere Mitglieder bedroht und schikaniert“, berichtet Paulke.

Der vermutliche Täter ist zwar in Untersuchungshaft, die Mitglieder von KMBP sehen sich aber weiterhin Bedrohungen schutzlos ausgesetzt. Die Menschenrechtsverteidiger vermuten hinter dem Mord einen Drahtzieher, durch welchen sich viele weiterhin bedroht fühlen. Zumindest die Staatsanwaltschaft schließt Ermittlungen in diese Richtung aber bisher gänzlich aus. Auch Elisa Tulids Rolle als Menschenrechtsverteidigerin wird bei den Untersuchungen kaum Bedeutung zugemessen. Bei Polizei und Staatsanwaltschaft gehen die Ermittlungen recht langsam voran, die polizeilichen Untersuchungen sind zwischenzeitlich sogar völlig zum Erliegen gekommen. Anstatt die Sicherheitssituation zu verbessern, verschärfen staatliche Behörden diese indirekt, wenn sie die Menschenrechtsverteidiger kriminalisieren und zu Tätern stilisieren.

Die Bekräftigungen der philippinischen Behörden sich stärker für die Umsetzung der Menschenrechte einzusetzen, wie erst bei einem von Amnesty International, in Zamboanga del Sur, organisierten Forum am 6.Juli 2014, können zwar als Fortschritt bewertet werden, jedoch trägt die aktuelle Realität eine andere Handschrift. Umso wichtiger ist die Thematisierung der Menschenrechte durch die Bundesregierung beim kommenden Staatsbesuch des Präsidenten Aquino. Schließlich steht auch Deutschland hinter der UN-Charta und als globaler Akteur in der Pflicht, die Menschenrechte auch bei ihren kleinen Handelspartnern einzufordern“, erläutert Paulke.

Für Nachfragen kontaktieren Sie bitte unser Büro unter Tel.: 040 – 25 491 947

oder über EMail: presse@ipon-philippines.org

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Karapatan Monitor April-July 2014.

http://bit.ly/1wlK5Oj

Fotoausstellung in Berlin: Gefährlicher Einsatz von Menschenrechtsverteidigern

Landtitel

Menschenrechtler erstreiten Landtitel

Vernissage: 07 DEZ 19 Uhr

Die Menschenrechtssituation in den Philippinen ist erschreckend und gibt Anlass zum Handeln. Politische Morde, Personen verschwinden spurlos -Menschenrechtsverletzungen sind in den Philippinen an der Tagesordnung.

Dennoch gibt es lokale Gruppierungen und Organisationen, die sich für ihre Rechte einsetzen– Menschenrechtsverteidiger. Der gewaltfreie Kampf dieser und die Widerstände, denen sie sich gegenübersehen, sollen mit der deutschlandweiten Wanderausstellung publik gemacht werden.

 

Termine

07. Dezember (Freitag) um 19 Uhr: Vernissage der Fotoausstellung

08. Dezember (Samstag) ab 19 Uhr: Film „bodenbesitzen.“ mit Diskussion

12. Dezember (Mittwoch) ab 19 Uhr: Finissage mit Fragen an die Organisatorinnen

 

Ort

Helmut Kohl Bar, Emser Straße 122/123 (S/U Hermannstraße – Wegbeschreibung)

 

Die Vernissage der Fotoausstellung findet am 07. Dezember um 19 Uhr in der Helmut Kohl Bar mit kurzen Redebeiträgen von IPON Mitgliedern und internationalen Menschenrechtsbeobachtern statt.

Am Samstag den 08. Dezember wird ab 19 Uhr der Film „Bodenbesitzen“ von den IPON-Initiatoren Janina Dannenberg und Johannes Richter gezeigt.

Eine Finissage mit der Möglichkeit Fragen direkt an die Organisatorinnen und ehemaligen Menschenrechtsbeobachterinnen Magdalena Polakowski und Corinna Sinzig zu stellen, findet am Mittwoch den 12.12 ab 19 Uhr statt.

Nach der Vernissage wird die Ausstellung bis zum 12. Dezember täglich (außer Montags) ab 19 Uhr in der Helmut Kohl Bar zu sehen sein.

Wir freuen uns auf zahlreiche Gäste und einen interessanten Abend!

 

Mit Bildern von

Magdalena Polakowski – Menschenrechtsbeobachterin IPON

Corinna Sinzig – Menschenrechtsbeobachterin IPON

Jimmy A. Domingo – TFM Negros Fotograf

Bobby Lagsa- Fotograf Mindanao

 

Download des Flyers: Fotoausstellung

 

Seit 2006 begleitet IPON als Nichtregierungsorganisation auf Anfrage Organisationen von Menschenrechtsverteidiger_innen im Ausland, um den Prozeß des Friedens im Land zu stärken. Aktuell ist IPON auf den Inseln Negros und Mindanao in den Philippinen präsent.

 

Eine Veranstaltung von IPON: Mehr Informationen findest du unter: www.ipon-philippines.org

Kokosdiebstahl verboten? Filmvortrag in Neuenhagen (29.Nov.)

Menschenrechtler_innen in Negros engagiert für das Recht auf Nahrung

Recht auf Nahrung einfordern

Einladung zu Vortrag mit Filmbeitrag (bodenbesitzen. Stimmen von Philippinischen Kokosbauern)

29. November (Donnerstag), 14:00 Uhr, Dorfkirche Bollensdorf (Gemeindehaus), Neuenhagen bei Berlin (Der Geschichtskreis Neuenhagen lädt ein- Wegbeschreibung)

Referent_innen

Janina Dannenberg: Initiatorin von IPON

 

Bauern und Bäuerinnen in den Philippinen kämpfen um ihr eigenes Stück Land. Nur wenn sie selber die Kontrolle über ihr Land haben, können sie pflanzen, was sie zum Leben brauchen, und den Verkauf der Kokosnüsse selbst in die Hand nehmen. Seit 1988 schreibt eine Agrarreform die Verteilung des Landes an die Bauern vor. Doch die Macht der Landlords ist so groß dass sie weiterhin zwei Drittel der Ernte als Pacht einfordern. Auf Proteste der Bauern und Bäuerinnen reagieren sie mit Schikanen und lebensbedrohlichen Angriffen.

Als Reaktion auf die im Film skizzierte Gewaltsituation gründete sich die Menschenrechtsorganisation IPON. Bis heute sind Menschenrechtsverteidiger_innen in den Philippinen vielen Gefahren ausgesetzt. Menschenrechtsbeobachter_innen von IPON begleiten die Aktivist_innen und schaffen so ein Stück Sicherheit im rechtsfreien Raum.

Die Filmemacherin von bodenbesitzen, Janina Dannenberg, ist Mitinitiatorin von IPON und wird im Anschluss an den Film über den Schutz von Menschenrechtsverteidiger_innen in den Philippinen berichten.

 

IPON, das International Peace Observers Network, berichtet in einer Vortragsreihe die Arbeit von Menschenrechtsbeobachtern in Konfliktgebieten auf den Philippinen.

Seit 2006 begleitet IPON als Nichtregierungsorganisation auf Anfrage Organisationen von Menschenrechtsverteidigern im Ausland, um den Friedensprozeß im Land zu stärken. Aktuell ist IPON auf den Inseln Negros und Mindanao in den Philippinen präsent.

Mehr Informationen über Struktur, Prinzipien und Beteiligungsmöglichkeiten im Vortrag und auf www.ipon-philippines.org.