Indigene Menschenrechtsverteidiger bedroht – Vortrag Göttingen 22.Okt

Indigene kämpfen um Rechte

Indigene Gemeinschaften in den Philippinen mussten in den vergangenen Jahrhunderten sehr leiden. Diskriminierung, Enteignung und physische Gewalt standen und stehen zum Teil heute immer noch auf der Tagesordnung. Seit den 80er Jahren besteht in den Philippinen eine Gesetzgebung, die den Schutz und Respekt gegenüber indigenen Gemeinschaften vorsieht. Die Realität ist jedoch sehr ernüchternd. Die Rechte von Indigenen werden besonders dann mit Füssen getreten, wenn internationale Konzerne oder Großgrundbesitzer Interesse an ihrem Land zeigen. Der Rausch nach den ertragsreichen Bodenschätzen lässt Menschenrechte in den Hintergrund treten und führt dazu, dass indigene Gemeinschaften ihren Gegenspielern schutzlos ausgeliefert sind. Das Nichteinschreiten des Staates hat in einigen Gebieten der Philippinen zu sogenannten „rechtsfreien Räumen“ geführt. Doch wie gehen die Betroffenen damit um?

Vortrag

Termin

Mo. 22. Oktober 2012 – 19 Uhr, im Victor Gollancz-Haus (Gesellschaft für bedrohte Völker), Göttingen

Referent_innen

Carmen Albers, begleitete als ehemalige Menschenrechtsbeobachterin in Mindanao indigene Menschenrechtsverteidiger_innen, aktiv bei IPON

 

 

 

Jacky begleitet Menschenrechtsverteidiger_innen

Indigene Gemeinschaften in den Philippinen mussten in den vergangenen Jahrhunderten sehr leiden. Von den Spaniern wurden sie teilweise christianisiert, jedoch weitgehend in Ruhe gelassen. Die Amerikaner hingegen betrieben eine aggressivere Landpolitik und verteilten Anfang des 20ten Jahrhunderts große Teile der scheinbar „unbewohnten“ und ungenutzten Gebiete an reiche Familien. Durch diese Politik wurden viele indigene Gruppen von ihrem ursprünglichen Land vertrieben. Dies verstärkte sich noch in den kommenden Jahren durch die Umsiedlungspolitik von Diktator Marcos. Die sich nun überschneidende Landansprüche machen die Landfrage komplizierter denn je. Für die indigenen Gemeinschaften hat sich allerdings nicht viel geändert, denn sie ziehen meistens den Kürzeren wenn es um Landansprüche geht und sind weiterhin extremer Armut, Diskriminierung und physischer Gewalt ausgesetzt.

Eine weltweite Bewegung, die den Respekt von indigenen Rechten forderte, hat auch zunehmend Gehör in den Philippinen gefunden. Die wachsende Wahrnehmung und Anerkennung von indigenen Gemeinschaften drückte sich vor allem in der Verfassung von 1987 aus, in der deren Rechte fest verankert wurden. Besonders hervorzuheben ist das Indigenous Peoples Rights Act von 1997, kurz IPRA-Gesetz, das ausdrücklich den Schutz von indigenen Rechten, sowie die Achtung und den Respekt gegenüber deren Traditionen vorsieht. Das Gesetz sieht ebenfalls vor, dass indigene Gemeinschaften Recht auf die offizielle Anerkennung ihres Ahnenlandes haben.

Die Realität ist jedoch sehr ernüchternd. Die Behörden, die für die Implementierung des IPRA-Gesetzes zuständig sind, sind enorm unterfinanziert und können ihre Anliegen nicht umsetzen. Zudem gehen Gerüchte von Korruption umher und es ist eine Tatsache, dass die Rechte von Indigenen besonders dann mit Füssen getreten werden, wenn es um Land und Bodenschätze geht. Reiche Großgrundbesitzer, aber auch internationale Konzerne zeigen sehr großes Interesse an den bisher unangetasteten Gold-, Kupfer- und Nickelreserven, die vor allem auf der südlichen Insel Mindanao vorkommen. Da die Regierung eine (aufgezwungene) neoliberale Wirtschaftspolitik verfolgt, wird sowohl ausländisches als auch inländisches Kapital in diesen Bereichen sehr geschätzt. Die Rechte der Indigenen, obwohl in der Verfassung verankert, werden somit zweitrangig. Das Thema Menschenrechte wird nicht mehr angesprochen und bei etwaigen Menschenrechtsverstössen kuckt der Staat gerne mal weg. Dieses Nichteinschreiten des Staates hat dazu geführt, dass indigene Gemeinschaften ihren Gegenspielern schutzlos ausgeliefert sind. In einigen Gebieten der Philippinen entstanden über die Jahre sogar sogenannten „rechtsfreie Räume“, die geprägt sind von einem Klima der Straflosigkeit. Doch wie gehen die Betroffenen damit um? Wie leben sie unter solchen Umständen und wie versuchen sie die Situation zu ändern? Anhand einiger konkreter Fallbeispiele aus Mindanao wird den Zuhörern am 22. Oktober 2012 in Göttingen (Victor Gollancz-Haus/Gesellschaft für bedrohte Völker) die verzwickte und oft gefährliche Situation von indigenen Gemeinschaften in den heutigen Philippinen näher gebracht.

Indigene Gemeinschaften in den Philippinen mussten in den vergangenen Jahrhunderten sehr leiden. Von den Spaniern wurden sie teilweise christianisiert, jedoch weitgehend in Ruhe gelassen. Die Amerikaner hingegen betrieben eine aggressivere Landpolitik und verteilten Anfang des 20ten Jahrhunderts große Teile der scheinbar „unbewohnten“ und ungenutzten Gebiete an reiche Familien. Durch diese Politik wurden viele indigene Gruppen von ihrem ursprünglichen Land vertrieben. Dies verstärkte sich noch in den kommenden Jahren durch die Umsiedlungspolitik von Diktator Marcos. Die sich nun überschneidende Landansprüche machen die Landfrage komplizierter denn je. Für die indigenen Gemeinschaften hat sich allerdings nicht viel geändert, denn sie ziehen meistens den Kürzeren wenn es um Landansprüche geht und sind weiterhin extremer Armut, Diskriminierung und physischer Gewalt ausgesetzt.   

Eine weltweite Bewegung, die den Respekt von indigenen Rechten forderte, hat auch zunehmend Gehör in den Philippinen gefunden. Die wachsende Wahrnehmung und Anerkennung von indigenen Gemeinschaften drückte sich vor allem in der Verfassung von 1987 aus, in der deren Rechte fest verankert wurden. Besonders hervorzuheben ist das Indigenous Peoples Rights Act von 1997, kurz IPRA-Gesetz, das ausdrücklich den Schutz von indigenen Rechten, sowie die Achtung und den Respekt gegenüber deren Traditionen vorsieht. Das Gesetz sieht ebenfalls vor, dass indigene Gemeinschaften Recht auf die offizielle Anerkennung ihres Ahnenlandes haben.

Die Realität ist jedoch sehr ernüchternd. Die Behörden, die für die Implementierung des IPRA-Gesetzes zuständig sind, sind enorm unterfinanziert und können ihre Anliegen nicht umsetzen. Zudem gehen Gerüchte von Korruption umher und es ist eine Tatsache, dass die Rechte von Indigenen besonders dann mit Füssen getreten werden, wenn es um Land und Bodenschätze geht. Reiche Großgrundbesitzer, aber auch internationale Konzerne zeigen sehr großes Interesse an den bisher unangetasteten Gold-, Kupfer- und Nickelreserven, die vor allem auf der südlichen Insel Mindanao vorkommen. Da die Regierung eine (aufgezwungene) neoliberale Wirtschaftspolitik verfolgt, wird sowohl ausländisches als auch inländisches Kapital in diesen Bereichen sehr geschätzt. Die Rechte der Indigenen, obwohl in der Verfassung verankert, werden somit zweitrangig. Das Thema Menschenrechte wird nicht mehr angesprochen und bei etwaigen Menschenrechtsverstössen kuckt der Staat gerne mal weg. Dieses Nichteinschreiten des Staates hat dazu geführt, dass indigene Gemeinschaften ihren Gegenspielern schutzlos ausgeliefert sind. In einigen Gebieten der Philippinen entstanden über die Jahre sogar sogenannten „rechtsfreie Räume“, die geprägt sind von einem Klima der Straflosigkeit. Doch wie gehen die Betroffenen damit um? Wie leben sie unter solchen Umständen und wie versuchen sie die Situation zu ändern? Anhand einiger konkreter Fallbeispiele aus Mindanao wird den Zuhörern am 22. Oktober 2012 in Göttingen (Victor Gollancz-Haus/Gesellschaft für bedrohte Völker) die verzwickte und oft gefährliche Situation von indigenen Gemeinschaften in den heutigen Philippinen näher gebracht.

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *